Neue Planungsgrundlagen, Vergaben, Verträge von A bis Z für Auftraggeber und Objekt-/Fachplaner zum neuen BGB 2018 (Intensivkurs Teil 1)

HINTERGRUND

Ohne ein Tiefenverständnis der einschlägigen Paragraphen der HOAI 2013 und deren sichere Auslegung für die Praxis lassen sich Ausschreibungen und Vergaben, aber auch Verträge und Abrechnungen für Leistungen von Planern, Architekten und Ingenieuren nicht rechtssicher erstellen. Mit dem neuen Bauvertragsrecht werden im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ganz spezielle Regelungen für den Bauvertrag, den Verbraucherbauvertrag und/ aber auch für den Planervertrag eingeführt, die für Verträge ab dem 01.01.2018 verbindlich gelten.

Die Änderungen der §§ 650 p bis 650 t im BGB - Untertitel: „Architektenvertrag und Ingenieurvertrag“ - erfordern die Umgestaltung bisheriger Verträge und Verfahrensweisen beim Planungsablauf in Gänze. So müssen bspw. alle alten Formverträge zur HOAI ersetzt, detailliert oder zumindest massiv redigiert werden.

Nicht nur innerhalb der Nebenpflichten der Planer sind Kenntnisse auch zu den anderen Teilen des neuen Bauvertragsrechts mit speziellen Grundlagen für den Bauvertrag und für den Verbraucherbauvertrag unabdingbar. Öffentliche Bauherren benötigen zudem auch Grundkenntnisse zu den umfassenden Neuerungen der Bauvertragsreform, die auch Änderungen der kaufmännischen Mängelhaftung umfassen.

Die „HOAI 2018“ spielt dabei nicht nur bei der Schätzung des Auftragswertes eine entscheidende Rolle, sondern u. a. auch bei der Bewertung der erforderlichen Leistungsbilder.  Bewertet werden muss bspw. eine Vergabe nach Einzel- oder Fachlosen bzw. die Beschreibung von Teilleistungen und Schätzung entsprechender Teilhonoraren.

ZIELE

Wie lässt sich beispielsweise eine „Kosteneinschätzung“ in die Leistungsbilder der HOAI und die DIN 276 einordnen? Wie verbindlich kann diese im Vorfeld der „HOAI – Planung“ gestaltet werden? Was beinhalten die „Planungsgrundlagen“ aus § 650 p (2) BGB 2018 der „Zielfindungsphase“ bzw. die „LPH 0“? Sind die neuen „BGB - Leistungen“ für Planer zunächst Besondere Leistungen mit freien Honoraroptionen?

Das Seminar vermittelt verständliches Wissen an Hand von Praxisfällen eines langjährig erfahrenen HOAI - Sachverständigen mit täglicher Beratungs-, Planungs- und Baupraxis, der unabhängig von Berufs-, Kammer- oder Lobbyinteressen das aufzeigt, was wirklich geht.

Das Seminar will zudem zum Grundverständnis der Zusammenhänge zwischen der HOAI 2013 und den Regelungen des neuen Planungsvertragsrechts und der Auslobungen/ Vergaben von Planungsleistungen und deren Anwendung beitragen und erste Hinweise dazu geben, wie in der Praxis gearbeitet werden könnte und welche Konflikte und Haftungsfallen aufgebaut werden, wenn so weiter gemacht wird wie bisher.

Inhalte

Die neuen Grundlagen für Planungsleistungen und -verträge im BGB 2018

  • § 650 p bis 650 t BGB 2018 Untertitel 2 – Architekten-/ Ingenieur- oder Planungsvertrag?
  • § 650 p (1), (2) – Neue „Vertragstypische Pflichten“ – Ein Paradigmenwechsel
  • § 650 q (1), (2) – „Anwendbare Vorschriften“ wie beim „Bauen“ als Verweise auf §§ 650 b, c, e bis h BGB 2018, u. a. neues Nachtragsmanagement u.a. mit Weisungsrecht des AG gegen dem Planer, 30 Tage Verhandlungszeit für NT, 80% Anspruch für NT, Was ist „zumutbar?“
  • § 650 r (1) bis (3) – NEUE Sonderkündigungsrecht(e) für AG innerhalb 2 KW und für Planer
  • § 650 s – Neuer Anspruch des Planers auf „Teilabnahme“ inmitten der „Objektüberwachung“
  • § 650 t – Neue erste Ansprechpartner bei Mängeln, erst dann „Gesamtschuldnerische Haftung“ des Planers mit dem bauausführenden Unternehmer möglich

Das neue Vergaberecht (GWB und VgV) und auch die seit 02.02.2017 verabschiedete Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) bedürfen im Vorfeld der eigentlichen Planung besonderer Abwägungen nach „HOAI 2018“ besonders auch bei der Abschätzung der Honorare und deren Anteile an Grundleistung und „Besondere Leistungen“ aller Leistungsbilder.
Auf Grund der Variabilität und individuellen Vereinbarkeit vieler Honorargrundlagen und -ansätze muss nicht jede Planung zwingend europaweit ausgeschrieben werden. Die Vorschriften für Vergaben oberhalb der Schwellenwerte wurden zum 18.04.2016 umfassend neu geregelt (GWB, VgV).

Die für die Unterschwellenvergaben sind seit dem 02.02.2017 (UVgO) verabschiedet, bisher aber nur für den Bund und für wenige Bundesländer „scharfgeschaltet“. Der Referent bietet praktische Tipps und Beispiele zu Auslobungen im Unterschwellenbereich und zur Einholung von Honorarangeboten, die zielführend und prüffest sind.

Dauer

Das Seminar beinhaltet 8 Lehreinheiten à 45 Minuten.

Dozenten

Ulf Greiner Mai (Dipl.-Ing., Sachverständiger, Gutachter, Beratender Ingenieur)

Zertifikat

Zertifikat der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V.

Zielgruppe
  • Auftragnehmer von Planungsleistungen wie Planer, Ingenieur, Architekten und Generalplaner
  • Auftraggeber von Planungsleistungen wie öffentliche und private Bauherren und deren Vertreter; Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen von Bau- und Planungsämter bei Städten, Kommunen und Landkreisen bzw. allen, die sich mit der Planung und Durchführung von Bauvorhaben befassen
  • Dienstleister im Zusammenhang mit Planungen wie Projektentwickler, Projektmanager, Projektsteuerer, Juristen und Rechtsanwälte, Claim-Manager, Entscheider aus den Bauhaupt- und Baunebengewerken
Weitere Informationen

Neues BGB 2018 und HOAI 2013 können gern mitgebracht werden.
Ggf. gern auch „interne“ Dienstanweisungen o. ä.  

Auf einen Blick

Start:
Termin nach Anfrage
Kosten:

215 € | 195 € (Vollzahler | Ermäßigte)
Ermäßigte sind Absolventen der WBA, Angehörige der Bauhaus Universität Weimar; Mitarbeiter von öffentlichen Behörden und Verwaltungen; Mitglieder von Ingenieurkammern und Architektenkammern (Thüringen und Sachsen).

Milena Deobald, M.A.

Telefon
+49 (0) 3643 / 58 42 21
Fax
+49 (0) 3643 / 58 42 26

milena.deobald[at]uni-weimar.de