Praxis "HOAI 2020"

Vertiefungsseminar
Die aktuelle Praxis von Ausschreibung, Vergabe, Verträgen und Honorarabrechnung für Planungs- und deren Überwachungsleistungen

Die HOAI darf - einzeln oder auch in Teilen - vertraglich weiter vereinbart werden, muss es aber nicht. Wer als Bauherr künftig zum Vertrag nicht aufpasst, kann erheblichen Schaden erleiden, unnötige Honorarmehrkosten verantworten müssen und bspw. sogar Fördermittel riskieren, die auf wirtschaftliche und sparsame Verwendung abstellen, da Planungen honorarseitig frei angeboten werden dürfen und auch bei Honorarabfragen („3 Angebote einholen“) kein „Ausschluss wegen Unterschreitung der Mindestätze“ mehr zulässig ist. Wer seitens der Planer im Vertrag nicht aufpasst, dem droht jetzt die „Planung für `nen Apfel und `nen Ei“, ohne Aussicht auf Rechtsschutz für ein gesetzliches Mindesthonorar.

Inhalte

Die Vergabekammer des Bundes verbietet Ausschreibungen mit konkreter HOAI-Vorgabe, da es dabei um einen sanktionswürdigen Rechtsbruch handelt. Obwohl des HOAI-Urteil v. 04.07.2019 keinesfalls aus heiterem Himmel kam, wirft es mehr Fragen auf, als es zum Zeitpunkt der Seminarausschreibung (12/2019) verbriefte Antworten gab:

  • Muss zwischen „Grundleistungen“ und „Besondere Leistungen“ noch unterschieden werden? Was ist jetzt vertraglich wirklich möglich?
  • Wo sind Grenzen, wenn die Parteien im Planungsvertrag – rechtswirksam – ab sofort auch Pauschalhonorare oder andere Zeit- oder Erfolgshonorare vereinbaren?
  • Wie kann dabei bei der Ausschreibung und im Planungsvertrag auf Leistungsbilder der HOAI oder auf andere Leistungsbilder zurückgegriffen werden?
  • Bis wohin dürfen objektspezifische Leistungsbeschreibungen gehen?
  • Wann ist ein Planungsvertrag wirksam abgeschlossen und muss das schriftlich sein?
  • Was gilt für laufende Planungsverträge („Architekten- und Ingenieurverträge“) mit „Mindesthonorar“ auf Basis der HOAI von vor und nach dem 04.07.2019.
  • In welchem Umfang kann in Planungsverträgen weiter auf die HOAI oder auch auf deren andere Ansätze bspw. zu UBZ, MABS, HZ, HS zurückgegriffen werden?
  • Wie kann das klassische HOAI - Honorarmodell weiterhin vereinbart werden?
  • Wie gestalten sich laufende / zukünftige Vergabeverfahren der öffentlichen Hand?
  • Wie könnte ein Qualitäts- und Leistungswettbewerb erhalten werden?
Dauer

Das Seminar startet um 9.00 Uhr und endet 16.30 Uhr
Das Seminar beinhaltet 8 Lehreinheiten à 45 Minuten.

Methodik

Das Seminar tangiert wochenaktuell aktuelle obergerichtliche Entscheidungen zur „HOAI“ und auch solche, die im Lichte des EuGH-Urteils vom 04.07.2019 neu zu lesen sind. Diskutiert und besprochen werden auch:

  • Was kann zur Schadensminderung einerseits und zur Wahrung der Interessen aller Beteiligten getan werden?
  • Sollte zum Seminarzeitpunkt eine Art „Dienstanweisung-HOAI“ zumindest für die öffentlichen Bauherren konkrete Richtlinien vorgeben, wird diese ebenso besprochen.
  • Aktuelle „Honorarpapiere“, die zum Zeitpunkt der Seminarveröffentlichung (12/2019) noch nicht vorlagen.
  • Praxistaugliche Strategien für die tiefgreifenden Neuregelungen zum Planerhonorar

Auch dazu werden im Seminar aktuelle Fragen mit praktischen Anwendungstipps beantwortet. Das Seminar vermittelt verständliches Wissen an Hand von Praxisfällen eines langjährig erfahrenen Honorarsachverständigen und Gutachters mit täglicher Beratungs-, Planungs- und Baupraxis, der unabhängig von Berufs-, Kammer- oder Lobbyinteressen das aufzeigt, was wirklich geht und wo Risiken liegen könnten.

Dozenten

Ulf Greiner Mai (Honorar- und Planungssachverständiger; Beratender Ingenieur; ö. b. u. v. SV)

Zertifikat

Teilnahmebestätigung der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V.

Zielgruppe

PlanerInnen, IngenieurInnen, ArchitektInnen, InnenarchitektInnen, TechnikerInnen, ObjektüberwacherInnen, BauleiterInnen, ProjektsteuererInnen, BauprojektmanagerInnen, Bau- und Planungsämter bei Städten, Kommunen und Landkreisen, Rechtsämter, Behörden des Landes und des Bundes,

BürgermeisterInnen, DezernentInnen, AmtsleiterInnen, ReferatsleiterInnen und MitarbeiterIinnen, die mit der Planung und Durchführung von Bauvorhaben befasst sind

Weitere Informationen

*Ermäßigte sind Absolventen der WBA, Angehörige der Bauhaus Universität Weimar; Mitarbeiter von öffentlichen Behörden und Verwaltungen; Mitglieder von Ingenieurkammern und Architektenkammern (Thüringen und Sachsen).

Auf einen Blick

Start:
2020-03-25
Dauer:

[1-tägig]

Kosten:

245 € | 215 €*

(Vollzahler | Ermäßigte*)

Anna Ruffert, M.A.

Telefon
+49 (0) 3643 / 58 42 21
Fax
+49 (0) 3643 / 58 42 26

anna.ruffert[at]uni-weimar.de