"HOAI 202X" - Was künftig gelten wird für PLANUNGEN, LEISTUNGEN und ABRECHNUNG

Aktuelles zu Planungsleistungen, deren Ausschreibungen, Verträgen sowie zu Honoraren und Honorarnachträgen - an der „HOAI 202X“ sowie an Fällen und Urteilen erläutert

Das Bundeskabinett hat am 15.07.2020* die Weichen für eine Überarbeitung der HOAI als künftige „Orientierungshilfe“ für die Vergütungen von Planungsleistungen gestellt, die möglichst bis Ende 2020 verabschiedet werden soll. Per Referentenentwurf wurde auch der rechtliche Rahmen dazu weitgehend abgesteckt, was die „HOAI 202X“ beinhalten wird und was nicht.

In diesem Seminar werden Sie ganz aktuell zu den künftig leistungs- und vergütungsseitig relevanten Regelungen für „Architekten- und Ingenieurverträge“ informiert. Die ab 2021 relevanten Honorargrundlagen werden durch ein wochengenaues Update mit Tipps zur Planungs- und Honorarpraxis für Praktiker auf Grundlage des aktuellen Arbeits- und Meinungsstandes zur „HOAI 2021“ vermittelt, die bereits zum 01.01.2021 in Kraft treten soll. Das beinhaltet auch die künftig tangierten gesetzlichen Regelungen im BGB und auch zum Vergaberecht (VgV u.a.) und wie diese künftig in der Praxis angewendet werden können.

Die „HOAI 202X“ wird künftige eine mögliche Orientierung für Honoraransätze sein, die durch Planer und deren Auftraggebern genutzt werden kann, aber nicht genutzt werden muss. Insbesondere die Systematik der neuen HOAI wird sich an die der HOAI 2013 anlehnen, ohne dazu rechtlich verbindlich zu sein. Damit wird das traditionelle „Planungsspiel“, die Objektüberwachung und -betreuung und auch „die Baustelle“ an sich revolutioniert. Honorarpauschalen sind ebenso zulässig wie eine „Planung nach Stundenhonoraren“. Der Umgang von Leistungen und Honoraren erfährt den (rechtlichen) Paradigmenwechsel, der spätestens seit dem EuGH-HOAI-Urteil vom 04.07.2019 absehbar war und der durch den Referenten seither in Dutzenden Seminaren und Workshops genauso besprochen wurde, wie das nunmehr politisch und rechtlich umgesetzt werden soll.

Auf Grundlage der politischen Unterlagen, die bis zum Seminartermin konkretisiert vorliegen, wird auch besprochen, was passiert, wenn keine Honorarvereinbarung (wirksam) getroffen wurde, was „angemessene Honorare“ sind, was ein „Mix aus Grundleistungen und besonderen Leistungen“ im Einzelfall für das Honorar „mit und ohne HOAI“ bedeuten könnte und was zukünftig mit "Textform" gemeint ist. Beantwortet werden auch Fragen wie „Was gilt eigentlich derzeit? Wie bereitet man sich jetzt auf die HOAI 2021 und auf neue Verträge vor? Welche Folgen und Konsequenzen ergeben sich für das laufende Honorarmanagement?

Inhalte
  • „Planungsgrundlagen“, wie bspw. die „LPH 0“ (Vergabeverfahren vs. Akquise, Bedarfsermittlung) als Zielfindungsphase
  • Honorare zukünftig frei verhandelbar - HOAI weiterhin mögliche Berechnungsgrundlage
  • Gesetz zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen (ArchLG), welches die Ermächtigungsgrundlage für die (neue) HOAI ist.
  • Maßstäbe und Grundsätze für die Honorarberechnung, deren Festlegung in der HOAI weiter möglich bleiben soll, aber auch grundsätzlich frei vereinbart werden kann.
  • HOAI-Honorartafeln als unverbindliche Orientierung für Honorarspannen
  • Vermutete Honorarhöhe, wenn keine wirksame Honorarvereinbarung zwischen den Vertragsparteien getroffen wurde.
  • Vorgesehene Änderungen und Anpassung des § 650q BGB 2018
  • Vorgesehene Änderungen in den §§ 73 ff. der Vergabeverordnung (VgV) sowie im weiteren Vergaberecht, wie bspw. Streichung der Fundstelle der „HOAI2013“ in § 73 (2) VgV und des Hinweises auf verbindliche Preisregelungen in § 76 (1) VgV
  • Mögliche Inhalte bei Verträgen - Was kann verhandelt werden und was eher nicht?
  • Mögliche Formen und Inhalte von Planungsverträgen - das vertragliche und das neue gesetzliche Honorarmanagement
  • Die Regeln für die Abnahme von Planungsleistungen und den regelmäßigen Nachleistungen vieler Planungen und der Objektüberwachung.
  • Das neue Weisungsrecht des AG und deren Folgen in der Planerpraxis
  • Chancen und Risiken die sich für die Beteiligten ergeben können.
  • Erfahrungen zu sich aus dem EuGH-HOAI-Urteil ergebenden Umgestaltungen bisheriger Verträge und Verfahrensweisen beim Planungsablauf
  • Haupt- und Nebenpflichten der Planer und Auftraggeber
  • Was heißt „Aus“ für die Mindest- und Höchstsätze der HOAI? – Tipps für die Praxis
  • Was heißt Honorare für Planungsleistungen dürfen frei vereinbart werden?
  • „Gemischte“ Leistungen, Leistungsphasen und Leistungsbilder
  • Kosteneinschätzung als neue Leistungspflicht – Was ist dazu vereinbar?
  • Praxistaugliche Strategien für die tiefgreifenden Neuregelungen zum Planerhonorar
Dauer

Das Seminar startet um 9.30 Uhr und endet ca. 17.00 Uhr
Das Seminar beinhaltet 8 Lehreinheiten à 45 Minuten.

Methodik

Das Seminar will an Hand der aktuellen politischen und rechtlichen Entwicklungen zur „HOAI 202X“ und durch konkrete PLANBEISPIELE und obergerichtlich entschiedene REFERENZFÄLLE zum Grundverständnis der Zusammenhänge zwischen BGB 2018 sowie den Urteilen, „EuGH-HOAI 2013“ und „BGH-HOAI-2020“ und der Auslobungen / Vergaben von Planungsleistungen nach VgV und deren Anwendung beitragen und Hinweise und Ausblicke dazu geben, wie in der Praxis gearbeitet werden könnte und welche Konflikte und Haftungsfallen aufgebaut werden, wenn so weiter gemacht wird wie bisher. Das Seminar vermittelt verständliches Wissen an Hand von Praxisfällen eines langjährig erfahrenen Honorarsachverständigen und Gutachters mit täglicher Beratungs-, Planungs- und Baupraxis, der unabhängig von Berufs-, Kammer- oder Lobbyinteressen das aufzeigt, was wirklich geht. Zeit für Fragen / Diskussionen ist selbstverständlich eingeplant.

Dozenten

Ulf Greiner Mai (Honorar- und Planungssachverständiger; Beratender Ingenieur; ö. b. u. v. SV)

Zertifikat

Teilnahmebestätigung der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V.

Zielgruppe
  • Auftragnehmer von Planungsleistungen wie Planer, Ingenieur, Architekten und Generalplaner
  • Auftraggeber von Planungsleistungen wie öffentliche und private Bauherren und deren Vertreter; Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen von Bau- und Planungsämtern bei Städten, Kommunen und Landkreisen bzw. allen, die sich mit der Planung und Durchführung von Bauvorhaben befassen
  • Dienstleister im Zusammenhang mit Planungen wie Projektentwickler, Projektmanager, Projektsteuerer, Juristen und Rechtsanwälte, Claim-Manager, Entscheider aus den Bauhaupt- und Baunebengewerken
Weitere Informationen

Veranstaltungsort
Weimar

*Ermäßigte sind Absolventen der WBA, Angehörige der Bauhaus Universität Weimar; Mitarbeiter von öffentlichen Behörden und Verwaltungen; Mitglieder von Ingenieurkammern und Architektenkammern (Thüringen und Sachsen).

Auf einen Blick

Start:
08. Oktober 2020
in Weimar
Dauer:

[1-tägig]

Kosten:

245 € | 215 €*

(Vollzahler | Ermäßigte*)

Anna Ruffert, M.A.

Telefon
+49 (0) 3643 / 58 42 21
Fax
+49 (0) 3643 / 58 42 26

anna.ruffert[at]uni-weimar.de