"HOAI 2021" - Was künftig gelten wird für PLANUNGEN, LEISTUNGEN und HONORARABRECHNUNGEN

Der Planer-Vertrag nach BGB 2018 und dessen Tücken - Was geht und was  geht nicht nach aktuellem Stand?  

Das Seminar vermittelt verständliches Wissen an Hand von Praxisfällen eines langjährig erfahrenen Honorarsachverständigen und Gutachters mit täglicher Beratungs-, Planungs- und Baupraxis, der unabhängig von Berufs-, Kammer- oder Lobbyinteressen das aufzeigt, was wirklich geht.

Inhalte

Die Bundesregierung hat am 16.09.2020 das Rahmengesetz für eine neue HOAI 2021 beschlossen, die zum 01.01.2021 in Kraft treten soll und nun noch zwischen Bundesrat und Bundestag für die finale Abstimmung vorbereitet wird. Klar ist bereits jetzt, dass die bisher traditionellen Leistungsbilder in der HOAI 2021 nicht verändert, sondern ergänzt werden und dass alle rechtlich unverbindlich sind.

Das Seminar informiert ganz aktuell zu den künftig leistungs- und vergütungsseitig relevanten Regelungen für „Architekten- und Ingenieurverträge“. Die ab 2021 relevanten Honorargrundlagen werden durch ein wochengenaues Update mit Tipps zur Planungs- und Honorarpraxis für Praktiker auf Grundlage des aktuellen Arbeits- und Meinungsstandes zur „HOAI 2021“ vermittelt. Das beinhaltet auch die derzeit geplanten Änderungen in den tangierenden gesetzlichen Regelungen im BGB und auch zum Vergaberecht (VgV) und wie diese künftig in der Praxis angewendet werden können.

Die "HOAI" darf - einzeln oder auch in Teilen - vertraglich weiter vereinbart werden, muss es aber nicht mehr. Ob Pauschalhonorar oder aufwandsbezogen - fast alles ist zulässig. Wer künftig nicht genau aufpasst, kann erheblichen Schaden erleiden, unnötige Honorarmehr- oder auch -minderkosten verantworten müssen und bspw. sogar Fördermittel und Haftung riskieren, die auf wirtschaftliche und sparsame Verwendung abstellen. Planungen dürfen und müssen honorarseitig auch "frei" angeboten werden. Leistungen und Inhalte können dabei "bunt" gemischt werden. Bei Honorarabfragen („3 Angebote einholen“) ist ein „Ausschluss wegen Unterschreitung der Mindestsätze“ unzulässig. Die neuen Optionen von Planungsleistungen und Honoraren werden an Fällen erläutert und diskutiert. Aktuelle Entscheidungen des BGH werden ebenso besprochen, wie auch das, was derzeit marktüblich ist.

Auf Grundlage der politischen Unterlagen, die bis zum Seminartermin konkretisiert vorliegen, wird auch besprochen, was passiert, wenn keine Honorarvereinbarung (wirksam) getroffen wurde, was „angemessene Honorare“ sind, was ein „Mix aus Grundleistungen und besonderen Leistungen“ im Einzelfall für das Honorar „mit und ohne HOAI“ bedeuten könnte und was zukünftig mit "Textform" gemeint ist. Fragen, wie „Was gilt eigentlich derzeit? Wie bereitet man sich jetzt auf die HOAI 2021 und auf neue Verträge vor? Welche Folgen und Konsequenzen ergeben sich für das laufende Honorarmanagement? Was ist für Planungsleistungen ein „angemessenes und auskömmliches Honorar“? Wann greifen „Honorarnachverhandlungen“ bei Änderungsanforderungen des Bauherrn? sollen im Seminar ihre Beantwortung finden.

Dauer

Das Seminar startet um 9.30 Uhr und endet 17.00 Uhr
Das Seminar beinhaltet 8 Lehreinheiten à 45 Minuten.

Methodik
  • Im Seminar wird erörtert, wie einzelne Vertragspassagen gestaltet werden können und wo Grenzen von Muster- und Standardverträgen liegen. Auch öffentliche Auftraggeber haben für Verträge weite individuelle Verhandlungsräume. Nicht erst seit dem BGB 2018 kommt dem Individualvertrag für alle Objekte und Leistungsbilder eine vorrangige Bedeutung zu. Das gilt besonders auch für die Vereinbarung von Leistungen – egal ob es sich dabei um besondere Leistungen oder Grundleistungen handelt. Abgrenzungen verschwimmen. Das HOAI-Urteil des EuGH verschärft diese Entwicklung weiter.
  • Der Referent bietet auch praktische Tipps und Beispiele zu Auslobungen im Unterschwellenbereich. Die HOAI kann bei der Schätzung des Auftragswertes als a. a. R. d. T. immer noch eine prägende Rolle spielen, so auch die Bewertung der erforderlichen Leistungsbilder.  Bewertet werden muss bspw. eine Vergabe nach Einzel- oder Fachlosen bzw. die Beschreibung von Teilleistungen und Schätzung entsprechender Teilhonoraren.

Das Seminar will zum Grundverständnis der Zusammenhänge nach dem HOAI-Urteil des EuGH v. 04.07.2019 und den aktuellen Urteilen des BGH 2020 zwischen den Regelungen des Planungsvertragsrechts des BGB und der Auslobungen / Vergaben und deren Anwendung beitragen und erste Hinweise dazu geben, wie in der Praxis gearbeitet werden könnte und welche Haftungsfallen aufgestellt werden, wenn so weiter gemacht wird wie bisher. Zeiten für Fragen sind eingeplant.

Dozenten

Ulf Greiner Mai (Honorar- und Planungssachverständiger; Beratender Ingenieur; ö. b. u. v. SV)

Zertifikat

Teilnahmebestätigung der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V.

Zielgruppe
  • Planer, Architekten, Ingenieure, MitarbeiterInnen potentieller gewerblicher, privater und (halb-) öffentlicher Bauherren, die mit der Planung und Durchführung von Bauvorhaben befasst sind
  • Bau- und Planungsämter bei Städten, Kommunen und Landkreisen, Rechtsämter, Behörden des Landes und des Bundes
  • Rechtsanwälte, Projektsteuerer, Bauprojektmanager
Weitere Informationen

Veranstaltungsort
Weimar | genauer Ort wird noch bekannt gegeben

*Ermäßigte sind Absolventen der WBA, Angehörige der Bauhaus Universität Weimar; Mitarbeiter von öffentlichen Behörden und Verwaltungen; Mitglieder von Ingenieurkammern und Architektenkammern (Thüringen und Sachsen).

Auf einen Blick

Start:
17. November 2020
in Weimar
Dauer:

[1-tägig]

Kosten:

245 € | 215 €*

(Vollzahler | Ermäßigte*)

Anna Ruffert, M.A.

Telefon
+49 (0) 3643 / 58 42 21
Fax
+49 (0) 3643 / 58 42 26

anna.ruffert[at]uni-weimar.de