Workshop – PLANUNGSHONORAR und -LEISTUNGEN

Der Planer-Vertrag nach BGB 2018 und dessen Tücken - Was geht und was  geht nicht nach aktuellem Stand?  

Zu Möglichkeiten, Auswirkungen und Folgen von Vereinbarungen für Planungs-leistungen im Kontext von Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung aus dem Alltag und den Erfahrungen eines Honorar- und Planungssachverständigen

Inhalte

Auch ohne ein Tiefenverständnis der einschlägigen Paragraphen der HOAI und deren Auslegung für die Praxis lassen sich seit dem 04.07.2019 Ausschreibungen und Vergaben, aber auch Verträge und Abrechnungen für Leistungen von Planern, Architekten und Ingenieuren rechtssicher erstellen. Mit dem Bauvertragsrecht wurden bereits 2018 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ganz spezielle Regelungen für den Bauvertrag, den Verbraucherbauvertrag und/ aber auch für den Planervertrag eingeführt:

  • Änderungen der §§ 650 p bis 650 t im BGB „Architektenvertrag und Ingenieurvertrag“
  • Umgestaltung bisheriger „HOAI-Verträge“ und Verfahrensweisen beim Planungsablauf
  • Ersetzen alten Formverträge zur HOAI - detailliert und massiv redigiert 
  • Genügt jetzt ein Planungsvertrag „ohne HOAI“ auf einem „Bierdeckel“?
  • DIE GRUNDLAGEN für Planungsleistungen und - verträge aus den gesetzlichen Vorschriften im BGB 2018 und deren Auslegung zum konkreten Sachverhalt.
  • Was weit geht beispielsweise eine „Kosteneinschätzung“?
  • Wie können Leistungen und Vergütungen für die Planungsvorbereitung bereits im Vorfeld der traditionellen „Leistungsphasen analog HOAI“ gestaltet werden?
  • Was beinhalten bspw. die „Planungsgrundlagen“ aus § 650 p (2) BGB 2018 der „Zielfindungsphase“ und was könnte in der „LPH 0“ zielführend sein?
  • Welche Rolle spielt die „HOAI“ bei der Schätzung des Auftragswertes?
  • Was bedeutet „Bewertung der erforderlichen Leistungsbilder“ und wann kann eine Vergabe nach Einzel- oder Fachlosen erfolgen?
  • Beschreibung von Teilleistungen und Schätzung entsprechender Teilhonorare

Praxistaugliche Strategien für die tiefgreifenden Neuregelungen zum Planerhonorar

Dauer

Das Seminar startet um 9.30 Uhr und endet 17.00 Uhr
Das Seminar beinhaltet 8 Lehreinheiten à 45 Minuten.

Methodik
  • Im Seminar wird erörtert, wie einzelne Vertragspassagen gestaltet werden können und wo Grenzen von Muster- und Standardverträgen liegen. Auch öffentliche Auftraggeber haben für Verträge weite individuelle Verhandlungsräume. Nicht erst seit dem BGB 2018 kommt dem Individualvertrag für alle Objekte und Leistungsbilder eine vorrangige Bedeutung zu. Das gilt besonders auch für die Vereinbarung von Leistungen – egal ob es sich dabei um besondere Leistungen oder Grundleistungen handelt. Abgrenzungen verschwimmen. Das HOAI-Urteil des EuGH verschärft diese Entwicklung weiter.
  • Der Referent bietet auch praktische Tipps und Beispiele zu Auslobungen im Unterschwellenbereich. Die HOAI kann bei der Schätzung des Auftragswertes als a. a. R. d. T. immer noch eine prägende Rolle spielen, so auch die Bewertung der erforderlichen Leistungsbilder.  Bewertet werden muss bspw. eine Vergabe nach Einzel- oder Fachlosen bzw. die Beschreibung von Teilleistungen und Schätzung entsprechender Teilhonoraren.

Das Seminar will zum Grundverständnis der Zusammenhänge nach dem HOAI-Urteil des EuGH v. 04.07.2019 und den aktuellen Urteilen des BGH 2020 zwischen den Regelungen des Planungsvertragsrechts des BGB und der Auslobungen / Vergaben und deren Anwendung beitragen und erste Hinweise dazu geben, wie in der Praxis gearbeitet werden könnte und welche Haftungsfallen aufgestellt werden, wenn so weiter gemacht wird wie bisher. Zeiten für Fragen sind eingeplant.

Dozenten

Ulf Greiner Mai (Honorar- und Planungssachverständiger; Beratender Ingenieur; ö. b. u. v. SV)

Zertifikat

Teilnahmebestätigung der Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V.

Zielgruppe
  • Planer, Ingenieure (Bau- und Fachingenieure), Architekten, Bauleiter, Beratende Ingenieure, Entwurfsverfasser
  • Behörden, Mitarbeiter öffentlicher Auftraggeber (kommunale und staatliche Bauämter, Rechnungsprüfungsbehörden), Baureferenten, Baudezernenten, Mitarbeiter der Innenrevision
  • Banken und Versicherungen, Bau- und Projektkaufleute, Sachverständige und Rechtsanwälte, die in diesen Fach- und Rechtsgebieten tätig sind
  • Projektmanager, Projektleiter, Projektsteuerer sowie alle mit der Vorbereitung und Abwicklung von Verträgen mit Planungsbüros Befassten kritische Bauherren
Weitere Informationen

Veranstaltungsort
Weimar

*Ermäßigte sind Absolventen der WBA, Angehörige der Bauhaus Universität Weimar; Mitarbeiter von öffentlichen Behörden und Verwaltungen; Mitglieder von Ingenieurkammern und Architektenkammern (Thüringen und Sachsen).

Auf einen Blick

Start:
17. November 2020
in Weimar
Dauer:

[1-tägig]

Kosten:

245 € | 215 €*

(Vollzahler | Ermäßigte*)

Anna Ruffert, M.A.

Telefon
+49 (0) 3643 / 58 42 21
Fax
+49 (0) 3643 / 58 42 26

anna.ruffert[at]uni-weimar.de